1. PBC Karben e.V.
ANFAHRT
Adresse:
PBC-Karben
Bahnhofstraße 60
61184 Karben
GESCHICHTE
Geschichte des Billardsportes - Die Kugel rollt!

Geht man ganz in die Anfänge der Beschreibung des Billard zurück, erfährt man aus Zeichnungen, dass schon den Ägyptern eine "Art" Billardspiel nicht fremd war. Und bereits 2.000 v. Chr. berichtet der griechische Philosoph Anarchis von einem Spiel mit Kugeln, das dem heutigen Billard ähnlich war. Die geschichtliche Erforschung des Billardspiels wird jedoch dadurch erschwert, dass der Begriff "Billard" früher für ganz andere Spiele verwendet wurde, die mit dem eigentlichen Billard, so wie wir es heute kennen, noch nichts zu tun hatte - unter anderem z.B. für Shuffleboard, sowie auf das unter Verwendung von Reifen im Freien gespielte "pall-mall", wahrscheinlich dem Ursprung des Krocketspiels.

Ab dem 13. Jahrhundert finden sich in der Sportgeschichte des Mittelalters immer wieder Hinweise auf Kugel- oder Kegelspiele. Und im Jahre 1469 ließ König Louis XI den ersten mit Tuch bezogenen "Billardtisch" bauen. Schon aus dieser Zeit weiß man, dass "Billard" nicht nur ein Männerspiel war, sondern auch sehr prominente Frauen das Kugelspiel genossen. Bestes Beispiel ist die schottische Königin Maria Stuart, die es bei ihrer Gefangennahme sehr bedauerte, dass man ihr den Billardtisch weggenommen hatte - der man aber vor ihrer Hinrichtung noch ein Billardspiel erlaubte.

1694 Aus dem 16. und 17. Jahrhundert finden sich dann zahlreiche Drucke und Stiche, auf denen Billardszenen festgehalten worden sind.

Außerdem gibt es verschiedene literarische Quellen (u.a. von Shakespeare), die uns vom Billard erzählen. Auf diesen Abbildungen sind verschiedene Gegenstände, z.B. Reifen, Kegel usw., auf den Billards zu sehen, den englischen Tischen, die mittlerweile mit den sogenannten Taschen versehen waren.

1740 In der französischen Version, dem Karambolage-Billard wie wir es kennen, wurde zuerst mit 2 Kugeln, später - ab ca. 1775 - mit 3 Kugeln gespielt. Rechteckige Tische ersetzten die Quadrattische. Bogen, Kegel und auch die Löcher verschwanden bei dieser Spielart. Das gerade Queue verdrängte den Schlegel, die Bälle wurden bis dahin mit dessen dickem Ende gespielt. Groß in Mode kam das Spiel dann zur Zeit Ludwigs XIV., dem von seinem Leibarzt die Bewegung am Billard verordnet worden war. Die Lieblingsmitspieler des Königs waren der Herzog von Villerdi und Minister Michel de Chamillard. In England blieben die Löcher erhalten. Das ursprüngliche Zweiballspiel wurde hier zum Mehrballspiel.

1874 Um das Jahr 1800 hatten Billards ein Außenmaß von 12 Fuß. Die Banden, englisch cushions (Kissen) genannt, bestanden aus aufeinander geschichteten Stoff- oder Filzstreifen. Die Queues waren vorne abgeflacht - vermutlich um den Spielball auf der Tischplatte schieben zu können.

Im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts wurde das Spielmaterial durch einige Erfindungen dann wesentlich verbessert. Der wirkliche Durchbruch aber gelang nur durch intensive Forschungen an einem ganz bestimmten Ort: "Im Gefängnis"! Dem Franzosen Mengaud, später Träger des Titels "Proffesseur de Billard", wurde während einer Haftstrafe, die er im Jahre 1807 abzusitzen hatte , das Billardspielen erlaubt. Einen kleinen Fehler an der Spitze seines Queues, das mittlerweile eine zugespitzt laufende runde Form erhalten hatte und mit einer Horn- oder Elfenbeinverstärkung versehen war, reparierte er mit einem Stück Leder aus seinem Stiefel. Der anfängliche Notbehelf eröffnete dem damaligen Billard völlig neue Dimensionen, erstmals waren Effetstöße und Rückläufer möglich! Dadurch wurde das gesamte Spiel revolutioniert. 1818 wird erstmals das Bekreiden der Queuespitze mit eigens für diesen Zweck hergestelltem Würfel erwähnt. Das Aufrauhen des Leders wurde vordem meist im Verputz der Wände vorgenommen. 1820 wurde dem Szamborer Bürger Emanuel Scholz im österreichischen Steyr das Patent zur Kunststoffballerzeugung überreicht. Und im Jahr 1826 wurde in England der erste Billardtisch mit Schieferplatte gebaut. Die Banden wurden im Jahre 1835 durch den englischen Billardfabrikanten Thurston mit Gummieinlagen versehen, die später zur besseren Haltbarkeit vulkanisiert wurden - sie verdrängten die mit Tierhaut, Rosshaar oder Tuchstreifen gefüllte Stopfbande. Bei der Weiterentwicklung des Billardtisches war auch der Schweizer John Brunswick, der in die USA auswanderte und 1845 mit der Produktion von Billardtischen begann, maßgeblich beteiligt. 1868 entwickelte der Chemiker John Wesley Hyatt ein Material, das aus einer Mischung von Nitro-Cellulose, Kampfer und Alkohol bestand und die bis dahin ausschließlich gespielten Elfenbeinkugeln ablösten.

Im Laufe der Jahre kristallisierten sich in den verschiedenen Ländern diverse Billardarten heraus. In Frankreich favorisierte man das taschenlose Spiel, daher auch die Bezeichnung Französisches Billard. In den USA wurde allerdings die englische Spielart mit 15 Bällen tonangebend. 1873 fanden in New York die ersten Weltmeisterschaften statt, die in einem Forderungsmodus - ähnlich dem Boxen - ausgetragen wurden. Der Franzose Albert Garnier gewann in einem Stichkampf gegen Joseph Dion und Maurice Daly. 1875 entwickelten englische, in Indien stationierte, Soldaten das Snookerspiel. Ab 1907 wurden die Weltmeisterschaften in der Disziplin 14/1 endlos ausgetragen, das bis in die siebziger Jahre das dominierende Poolspiel geblieben ist. 1937 zeigt das Fernsehen in England erstmals eine Billardpartie - Joe Davis gegen Tom Newman. In der ersten Jahrhunderthälfte wurde praktisch in ganz Amerika 14/1 endlos gespielt, was sich auch in dem legendären Poolfilm "Haie der Großstadt" von 1961 zeigt. Abgelöst wurde 14/1 endlos von 9-ball, das in den Siebzigern zur Turnierdisziplin Nummer eins geworden ist und seither auch das populärste Poolspiel geblieben ist. Systematische Spielführung und Strategie erleben einen ungeheuren Bedeutungsgewinn.

In den letzten Jahren ist die Anzahl der Billardspielerinnen und Billardspieler bundesweit sprunghaft angestiegen, und das nicht nur im Freizeitbereich, sondern auch im Turnierbereich. Von schätzungsweise 3 Millionen Billardspielern in Deutschland gehen mehr als 6000 Spieler ihrem Hobby mit hohem Leistungsinteresse in einem der ca. 1500 Billardvereine nach.

Besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfährt dieser Wachstumssport auch durch die Veranstaltung immer größerer Turniere und Meisterschaften, bei denen Preisgelder von bis zu 50.000 € keine Seltenheit mehr sind. Diese finanziellen Anreize sind wichtig, da sie den Profisport fördern und Medieninteresse wecken.

Auf der 105. Sitzung des IOC in Atlanta wurde Billard nun als olympische Disziplin anerkannt. Damit kann Billard aus der Schattenseite des Randsportartenimage heraustreten, denn es ist eine Sportart, die leistungsorientiert und zugleich Breitensport ist. Im Jahre 2004 könnte erstmals Billard um Olympiagold gespielt werden.

Welche Entwicklungen die Zukunft für den Billardsport noch bringen mag, ist schwer zu sagen, aber die Kugel rollt...

UNSERE PARTNER
 
 
 
 
 
 
 
HOME
ALLES ÜBER BILLARD
VEREINSINFOS
DISZIPLINEN
GESCHICHTE
PHILOSOPHIE


BILLARD-ABC


MANNSCHAFTEN
NEWS
PARTNER
KONTAKT
IMPRESSUM
© 2014 | 1. PBC Karben e.V.